| Die Waldenburger Töpfer nach 1950 und deren Produktion bis zum Jahr 1999 |
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Ab 1950 arbeiteten in Waldenburg noch 5 Töpfereien. Nach 1988 erweiterten sich die Töpfereien um weitere 3. Die Töpfereien befanden und befinden sich in der Bahnhofstraße, in der Töpferstraße und in Alt-Waldenburg. Die Firma Bauch befand
sich in der Bahnhofstraße und fertigte Blumentöpfe in verschiedenen
Größen. Die Töpfe wurden mit einer Stanze hergestellt
und bei einer Temperatur von ca. 980° gebrannt. Abnehmer waren
hauptsächlich
Gärtnereien. Weiterhin in der
Bahnhofstraße war die Firma Gebrüder Resch, hier wurden
Essenköpfe gefertigt, die auf vorhandene Schornsteine aufgesetzt
wurden. Dadurch wurden die Zugverhältnisse im Schornstein verbessert.
Außerdem wurden in dieser Werkstatt zeitweise Vasen und Schalen
hergestellt. Neben der Luther-Kirche
in der Bahnhofstraße befand sich die Töpferei Schulze, eine
sehr alte Töpferfamilie, die zuletzt durch Hans Schulze weitergeführt
wurde. In der Werkstatt wurden Übertöpfe und Pflanzschalen
getöpfert und gestanzt. Weiterhin befindet
sich in der Bahnhofstraße die Firma Lorenz. Diese Firma wurde
nach 1990 in Waldenburg ansässig. Die Inhaber Roswita und Rainer
Lorenz stellen Gebrauchs- und Zierkeramik her. Die Gefäße
werden mit einer deckenden Glasur versehen und in verschiedenen Farben
gemalt, überwiegend grün und blau, in einer Aufglasurmalerei. Die Firma Paul Eydner war die größte Töpferei in der Töpferstraße. Nach dem Tod von Paul Eydner, verpachtete Frau Martha Eydner die Töpferei an Ihre Tochter Alice Schmidt, geb. Eydner. Sie führte die Töpferei im Pachtverhältnis bis 1972. In diesem Jahr wurde die Produktion von Frau Schmidt in Volkseigentum umgewandelt. Die Töpferei und ihre Produktionsmittel blieben weiterhin Eigentum von Martha Eydner. 1975 wurde die Töpferei an den Staatlichen Kunsthandel der DDR verkauft. Der Kunsthandel produzierte bis 1990. Diese Werkstatt war in Waldenburg die am weitesten entwickelte Töpferei im Kunsthandwerk. Von der Pächterin Frau Schmidt wurden viele Formen und Glasuren entworfen. Der Staatliche Kunsthandel führte diese Entwicklung weiter, bis der Betrieb 1991 geschlossen wurde. Dann ging die Töpferei zur Treuhand über. Im gleichen Jahr wurde ein neuer Betrieb in der
Töpferstraße 5 gegründet. Der Eigentümer der Keramikwerkstatt
Waldenburg ist Peter Tauscher. Die Werkstatt ist modern eingerichtet
und produziert die blau-graue Keramik nach alter Tradition weiter. Hier
entstehen auch Gefäße mit Kunstglasuren in braunen und grünen
Tönen. Eine weitere alte Werkstatt war die Töpferei Taubert. Dort wurden bis 1950 kleine Gefäße für Schuhcreme und Farbtöpfchen produziert. Die Firma Chares war der zweitgrößte
Töpfereibetrieb in Waldenburg. Hier wurden ebenfalls Gebrauchsgegenstände
hergestellt. Herr Kurt Illgen übernahm später diesen Betrieb
und produzierte die alten Waren weiter. Bis 1972 wurde hier zum größten
Teil eine Ritzkeramik gefertigt und alle anderen Artikel im Salzglasurverfahren
gebrannt. Dann wurde in der Werkstatt einige Jahre nicht mehr gearbeitet. Seit 1990 befindet sich in Altwaldenburg die Töpferei der Familie Körner. Hier entstehen Gebrauchsgegenstände mit einer Aufglasurmalerei, ebenfalls in grau-blau. |