| Material und Techniken |
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| Die Rohstoffe und deren Abbaugebiete | |
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1. TON Der hauptsächlichste Rohstoff der Töpfer
ist der Ton. In Waldenburg gab es laut der geologischen Karte
keine Tonvorkommen. 2. TONABBAUGEBIETE Für Sachsen und die Waldenburger Töpfer
war das Dorf Frohnsdorf das wichtigste Tonabbaugebiet. Weitere Abbaugebiete waren: |
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| Eisenberg / Thüringen | roter Ton; auf dem Weg seiner Entstehung wurde von der Natur Eisenoxid beigemischt |
| Thierfelder Ton | in der Nähe von Weißenfels |
| Kamenzer Ton | weißer Steingutton |
| Haselbach (Borna) | gelbbrennender Ton |
| Westerwälder Ton | Abbaugebiete von Höhr-Grenzhausen bis Siershahn |
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In der heutigen Zeit gibt es nur noch wenige
Tonabbaugebiete. Frohnsdorf musste, aufgrund der hohen Investitionen,
für eine Erschließung geschlossen werden. |
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| Paperclay und Giessmassen |
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Was ist Paperclay? Paperclay ist eine dickflüssige bis plastische
Masse aus Ton, Papierbrei und Wasser. Der Anteil von Ton in dieser
Mischung ist höher als der Anteil von Papier, weswegen daraus
geformte Gegenstände im Ofen gebrannt werden können, ohne
dass sie beim Verbrennen der Papieranteile zerfallen. Mit einer derart
aufbereiteten Masse ist es möglich, Skulpturen bis zu einer Dicke
von ungefähr 7,5 cm zu modellieren, wobei die Wandung ganz unregelmäßig
sein kann. Der im Rohzustand sehr belastbare Paperclay kann in mehreren
Schichten feucht auf trockenen Untergrund aufgebracht und fast in jedem
Stadium der Formgebung verändert werden. Das Endergebnis nach
dem Brennen und Glasieren ist gegebenenfalls von einem Objekt aus herkömmlichem
Ton nicht zu unterscheiden. Andererseits aber ermöglicht Paperclay
künstlerische Gestaltungen, die mit herkömmlichem Ton bisher
nicht zu verwirklichen waren. Von Rosette Gault: Paperclay - Ein neues Material und seine Verwendung Paperclay-Masse erhalten Sie in unserer Werkstatt zum Preis von 9,70 EUR - 10-kg-Hubel. Was sind Gießmassen und wie werden sie hergestellt? Gießmassen werden aus verschiedenen Tonmehlen gemischt. Sie können pulverförmig oder flüssig sein. Beim Aufbereiten der pulverförmigen Gießmassen muss das Verhältnis Tonmehl, Wasser und Verflüssiger genau stimmen. Auf 100 kg Trockenmasse gibt man 35-40l Wasser und setzt 0,2-0,3 % Verflüssiger (bestehend aus Gießfix und Dolaflux) hinzu. Diese Komponenten werden mit einem Rührgerät gut vermischt. Das zu erzielende Litergewicht sollte zwischen 1,95 und 2,00 kg liegen. Zum Messen der Dichte kann auch ein Aräometer verwendet werden. Der Idealwert für Gießmasse berträgt 60 Bé. Wenn dieses Gewicht nicht erreicht wird, muss Wasser oder Gießfix zugegeben werden. Um eine gute Qualität beim Gießen zu erzielen, braucht man trockene Gießformen, das Mischungsverhältnis der Gießmasse muss stimmen und die Standzeiten müssen eingehalten werden. Gießmasse erhalten Sie in unserer Werkstatt als Trockenmasse 50 kg 40,00 € oder als Fertigmasse im 10 kg-Eimer 10,20 € in den Farben weiß oder rot. |
| Glasuren und Techniken |
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Wie werden Gefäße gegossen? Das Gießverfahren beruht darauf, dass flüssige Tonmasse in die Gipsformen gegossen wird. An der Innenwand der Gießform (Gipsform) setzt sich Tonmasse ab. Nach einer bestimmten Standzeit entsteht die notwendige Scherbenstärke. Danach wird die überflüssige Tonmasse angegossen. Sobald der Formling verfestigt ist, wird er aus der Form herausgenommen. Mit dem Gießverfahren lassen sich alle
komplizierten Formen herstellen, auch solche mit reliefartigem Dekor,
Figuren usw. Das Gießverfahren ist eine relativ junge
Technologie. 1790 wurde es in Tournay / Frankreich erfunden und angewendet.
Schmücken der Oberfläche des Scherbens Zu den Tätigkeiten des Töpfers gehört die Verschönerung der Gegenstände durch ganzes oder teilweises Überziehen der Oberfläche mit andersfarbigem Ton. Dieser wird in flüssiger Form aufgetragen und heißen Engoben oder Begüsse. Das Engobieren besteht darin, die Gefäßoberfläche zu veredeln und ihr ein schöneres Aussehen zu geben. Engoben kann man selbst herstellen, indem man lufttrockenen Ton mit Wasser zu einem Tonschlicker aufbereitet und ihm dann Farbmengen in Form von Oxide oder Farbkörpern zumischt. Die Zumischung kann zwischen 5% und 50% liegen, je nachdem wie intensiv der Farbton sein soll. Um ein Abplatzen zu vermeiden, sollten es zum Einfärben gleiche Grundtone sein, um eine gleiche Schwindung zu erzielen. Die Engoben können getaucht, begossen oder mit dem Pinsel oder Malhörnchen aufgetragen werden. Für eine bessere Haftbarkeit ist der Scherben im lederharten Zustand zu bearbeiten. Für Sinderengoben verwendet man Tone mit einem hohen Glimmergehalt. Sie sind daher sehr alkalisch und flussmittelwirksam. Diese Oberflächen sind rote und schwarze Tonüberzüge der griechischen Gefäße und die "terra silligata" der Römer. Glanz und Glasuren Die Bezeichnung "Glasur" ist üblich, wenn Glas auf eine keramische Unterlage aufgeschmolzen wird. Glasur und Scherben verschmelzen beim Brennprozess an den Berührungsflächen innig miteinander. Das geschieht ohne große Komplikationen, da beide Werkstoffe - Scherben und Glasur - gleicher silikatisch, oxidischer Natur sind. Glasurschichten können unterschiedlich dick aufgelegt werden. Angefangen von hauchfeinen Überzügen, wie es die Salzglasur ermöglicht bis hin zum mehrschichtigen Auftragen ist alles möglich. Viele Glasureffekte hängen mit der Auftragstechnik zusammen. Besonders wichtig ist Glasurüberzug dann, wenn es sich um Erzeugnisse mit poröser Scherbenbeschaffenheit handelt, wie Töpferware und Steingut. Hier hat die Glasur nicht nur die Funktion eine glatte Oberfläche zu schaffen, sondern auch den porösen Scherben zu dichten. Die farblosen Glasuren schmücken nicht nur durch ihren Glanz und die glatte Oberfläche, sondern tragen auch dazu bei, die darunter liegenden Schichten - Engoben oder Unterglasurfarben - richtig zu entwickeln und zur Geltung zu bringen. Glasuren können durch Zusatz keramischer Farbstoffe (Oxide, Farbkörper) eingefärbt werden, wodurch eine große Palette farbiger Glasuren erreicht werden kann. Bei deckenden Glasuren (Mattglasuren) besteht auch die Möglichkeit diese unterschiedlich einzufärben. Hierbei können gute, farbige und opake Oberflächen entstehen. Glasurtechniken Beim Glasieren geht es darum den Gegenstand mit einer gleichmäßig dicken Glasurschicht zu überziehen. Dafür können verschiedene Techniken angewendet werden. Beim Tauchen wird das Gefäß in den Glasurbrei völlig eingetaucht. Für dieses Verfahren wird ein ausreichend großes Gefäß für die Glasur benötigt. Große Keramikgegenstände, z.B. Bodenvasen oder Ziertöpfe, werden zunächst innen mit Glasur ausgegossen und anschließend bis zum äußeren Gefäßrand getaucht. Um zu vermeiden, dass sich die Glasur absetzt ist es wichtig diese oftmals aufzurühren. Geschieht das nicht, würde sich an der Oberfläche ein Wasserfilm bilden und das hat zur Folge, dass der obere Gefäßrand zu dünn glasiert würde. Eine weitere Technik ist das Spritzen. Mit Hilfe eines Spritzapparates können übergroße Gefäße mit Glasur überzogen werden. Hierbei kann der Glasurvorrat restlos genutzt und aufgebraucht werden. Bei kleineren Objekten kann die Glasur durch begießen oder Pinseltechnik aufgebracht werden. Dies hat zum Vorteil, dass man nur kleine Glasurmengen benötigt. In der nächsten Lade berichten wir über die Vorgänge bei der Glasurbildung. RAKU - Glasieren und Brennen Das charakteristische für das Raku-Brennen ist, dass Werkstücke in einem Ofen in kurzer Zeit auf ca. 950 Grad erhitzt werden und dann mit einer Zange glühend aus dem Ofen geholt werden. Durch den enormen Temperaturschock entstehen in der Glasurschicht Risse. Nach etwa zehn bis fünfzig Sekunden, abhängig von der Größe des Gegenstandes, wird das Gefäß in eine Tonne mit brennbarem Material gesetzt. Das können z.B. Sägespäne, Gräser oder Heu sein. Die Tonne wird dann mit einem Deckel verschlossen und es bildet sich nun darin starker Rauch. Dieser Rauch dringt in die entstandenen Glasurrisse und gibt den Glasuren die verschiedensten Farbtöne. Wo keine Glasur ist, bildet sich eine graue bis schwarze Schicht. Der Ursprung des Raku liegt bei der Teezeremonie der japanischen Zen-Kultur aus dem 16. Jahrhundert. Die Technik wurde früher ausschließlich für Teeschalen benutzt, die sich im Gegensatz zum heutigen Raku-Geschehen über Amerika nach Europa zu einer freieren Kunstform entwickelt hat. Durch die verschiedenen Varianten der Raku-Technik ist die Bedeutung von Raku zur Ungezwungenheit, Gemütlichkeit, Freude und Glück geworden. Durch die vielen Möglichkeiten der Herstellung von Raku-Objekten vermittelt jedes entstandene Stück etwas Einzigartiges, nicht Wiederholbares. Einen Rakubrand können Sie in einem unserer
Töpferkurse (siehe
auch unter Veranstaltungen) live
miterleben." |
| Brennen mit Kohle und Holz |
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Um den Ton fest und Wasser undurchlässig
zu bekommen, musste er gebrannt werden. Nachdem Einlegen der Gefäße in den Rundofen wird die Ofentür zugemauert und mit Lehm verschmiert. Nach einer Brennzeit von ca. 36 Stunden ist die eingestapelte Ware im Ofen zur Weißglut erhitzt. In den Seiten und der Tür des Ofens befinden sich Schaulöcher. Dort werden Segerkegel eingebaut. Diese Kegel sind Silikatgemische und sie fallen bei einer bestimmten Temperatur um. Deshalb gibt es die Kegel für alle möglichen Temperaturen. Wir brauchen für den Kohleofen-Brand die Kegel Nr. 8 -1270°C, Nr. 9 - 1280°C, Nr. 11 - 1320°C. Sind die Kegel gefallen ist die Brenntemperatur erreicht. Danach werden aus dem Schauloch in der Tür Brennproben gezogen. Brennproben sind kleine Vasen, die mit Glasur versehen sind. Anhand der Glasur kann man erkennen ob diese ausgeflossen ist und der Brand abgeschlossen werden kann. Jetzt folgt die Abkühlungsphase. Der Ofen muss langsam abkühlen, da sonst die Gefäße reißen würden. Diese Phase dauert ca. 6 Tage, dann kann der Ofen langsam geöffnet werden. |